Erinnerungskultur

Würdigung des Projekts „Im Lager bin ich Europäer geworden“

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Ein Mann geht durch die Ausstellungshalle der Gedenkstätte in Natzweiler-Struthof. (Foto: © dpa)

Europaminister Guido Wolf und Catherine Veber, Generalkonsulin Frankreichs in Baden-Württemberg, würdigten ein besonderes Projekt des Deutsch-Französichen Gymnasiums Freiburg - eine französische Übersetzung des Arbeitsheftes „Im Lager bin ich Europäer geworden“ von Marie Koehn. Damit können junge Menschen in Frankreich und Deutschland ihren Besuch in einer der Gedenkstätten von Natzweiler vertiefen.

Europaminister Guido Wolf hat am Freitag (10. Mai) gemeinsam mit Catherine Veber, der Generalkonsulin Frankreichs in Baden-Württemberg, in Stuttgart Schülerinnen und Schüler des Deutsch-Französischen Gymnasiums Freiburg für ein besonderes Projekt gewürdigt. Die 17 Jugendlichen erarbeiteten eine französische Übersetzung des Arbeitsheftes „Im Lager bin ich Europäer geworden“ von Marie Koehn. Dieses wird vom Verbund der Gedenkstätten im ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler (VGKN) gemeinsam mit dem Centre Européen du Résistant Déporté (CERD) nunmehr in deutscher und französischer Sprache herausgegeben. Europaminister Guido Wolf: „Dank Eurer Übersetzung steht dieses wichtige Arbeitsheft zur Entstehung der Europäischen Idee auch unseren Freundinnen und Freunden jenseits des Rheins zur Verfügung.“

Sechs exemplarische Lebensgeschichten

Mit dem pädagogischen Arbeitsheft sollen künftig junge Menschen in Frankreich und Deutschland ihren Besuch in einer der Gedenkstätten von Natzweiler vertiefen. Herzstück der Arbeitsmaterialien sind sechs exemplarische Lebensgeschichten von Menschen, die im Hauptlager Natzweiler oder in einem der zahlreiche Außenlager gefangen waren – fünf Männer und eine Frau. Sie stammen aus sechs verschiedenen Nationen und wurden aus politischen oder rassistischen Gründen verfolgt. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie sich nach der Befreiung in unterschiedlicher Weise für Versöhnung und Gerechtigkeit, vor allem aber für die Verständigung und Annäherung der Völker Europas, eingesetzt haben. Minister Guido Wolf: „Diese Lebensgeschichten müssen gerade der jungen Generation Beispiel und Verpflichtung sein. Unser Europa lebt von jungen Menschen, die sich für Frieden und Rechtstaatlichkeit einsetzen und auch sprachliche Barrieren überwinden. Ihr selbst habt mit Eurem Übersetzungsprojekt ein gutes Beispiel gegeben, das unsere Anerkennung und unseren Dank verdient.“

Baustein grenzüberschreitender Zusammenarbeit

Für die beiden Auftraggeber, den VGKN und das CERD, ist das Arbeitsheft ein Baustein bei ihrer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, die 2018 mit dem europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet wurde. Es steht beispielhaft für das Konzept einer europäisch geprägten Erinnerungskultur. Gefördert wurde das Projekt durch das Landesamt für Denkmalpflege (LAD) und das Département Régional des Affaires Culturelles (DRAC).

Konzentrationslager Natzweiler

Das Konzentrationslager Natzweiler wurde 1941 im annektierten Elsass errichtet. Die KZ-Häftlinge sollten zunächst im lagernahen Steinbruch Baumaterial abbauen. Ab 1943 wurden die Häftlinge vor allem in der Rüstungsproduktion eingesetzt. Es entstanden über 50 Außenlager bei Rüstungsstandorten. Die Zahl der Häftlinge stieg auf 52.000 Menschen an. An 16 ehemaligen Lagerorten beiderseits des Rheins bestehen heute Gedenkstätten. Die rechtsrheinischen Gedenkstätten haben sich 2016 zum VGKN zusammengeschlossen.
 

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