Kreativwirtschaft

Neues Games-Zentrum in Heidelberg

Lesezeit: 6 Minuten
  • Teilen
  •  
Ein Model trägt auf der Messe Medica ein intelligentes Pflaster, das den Wundheilungsprozess mittels Temperaturmessung überwacht und an eine App auf dem Smartphone sendet.

Das Land baut ein neues Games-Zentrum in Heidelberg auf. Hier erhalten Gründerteams aus der Games-Branche die Gelegenheit, Spiele und Anwendungen im Bereich Gesundheit und Lebenswissenschaften zu entwickeln.

Die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG) baut mit der Stuttgarter Hochschule der Medien (HdM) und in Kooperation mit der Stadt Heidelberg einen GamesHub in Heidelberg auf. Hier erhalten Gründerteams aus der Games-Branche die Gelegenheit, Spiele und Anwendungen, sogenannte Serious Games (Lernspiele) im Bereich Gesundheit und Lebenswissenschaften zu entwickeln. Sie sollen Gelegenheiten bekommen, sich mit den vor allem in und um Heidelberg ansässigen Einrichtungen und Unternehmen der Biotechnologie und Medizintechnik sowie der Gesundheitsbranche zu vernetzen.

„Die Universitätsstadt Heidelberg und die Metropolregion Rhein-Neckar sind als starker Standort der Bio- und Medizintechnologie sowie der Gesundheitsbranche bekannt. Mit dem neu geschaffenen GamesHub möchten wir die Games-Branche und ihre kreative Arbeitsweise mit dem Motor unserer Region zusammenbringen und innovative Neugründungen und Ansiedlungen von Games-Unternehmen fördern“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. „Der neue GamesHub bietet zudem einen Anreiz, die in Baden-Württemberg hervorragend ausgebildeten Hochschulabsolvent*innen im Land zu halten und beim Gründen zu unterstützen“, so Bauer weiter.

Das Projekt startet noch im März mit der Ausschreibung eines Projektkoordinators. Der GamesHub Heidelberg wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg aus Mitteln des Medienimpulsprogramms des Landes (MIP) mit 110.000 Euro gefördert.

Heidelbergs Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner sagte: „Serious Games gewinnen in vielen Bereichen an Bedeutung: Sei es in der Bildung, im Gesundheitswesen oder wenn es um gesellschaftliche Fragen geht. Dass das Land die Einrichtung eines GamesHub in Heidelberg fördert, ist eine tolle Nachricht. Das Vorhaben trifft hier auf fruchtbaren Boden: Heidelberg bietet als Zentrum internationaler Spitzenforschung, bedeutender Gesundheitsstandort und Bildungsstadt ideale Bedingungen. Hinzu kommt die Kultur- und Kreativwirtschaft mit ihrer hohen Gründungsdynamik sowie mit dem Heidelberg Innovation Park ein Ideenquartier für die digitale Zukunft. Ich bin sicher, dass ein GamesHub in Heidelberg von den vielfältigen Synergien in unserer Stadt profitieren wird.“

Serious Games für Health/Lifescience-Bereich

Der Fokus des neuen GamesHub liegt in der Entwicklung sogenannter Serious Games, Spielen und Anwendungen für die Simulation von Prozessen, für Schulung, Rehabilitation und Weiterbildung im Bereich Bio- und Medizintechnologie und Gesundheitswirtschaft. Ein Beispiel für Serious Games sind etwa die virtuellen Realitäten, die das Heidelberger Start-up Living Brain in Form einer Monitoring-Software und mittels VR-Brillen zur Neurorehabilitation entwickelt und aktuell am Universitätsklinikum Heidelberg testet. Derartige Projekte und Jungunternehmen aus dem ganzen Land sollen im GamesHub Heidelberg gezielt gefördert und in ihrer fachlichen und unternehmerischen Entwicklung begleitet werden.

Bis zu fünf Games-Studios, die voraussichtlich ab Sommer 2021 den GamesHub Heidelberg beziehen, werden von einer Fach-Jury für das Projekt ausgewählt. Die Gewinner-Teams erhalten perfekte Startbedingungen: Der GamesHub Heidelberg umfasst nicht nur technisch voll ausgestattete Arbeitsplätze und eine spezifische Betreuung durch einen Koordinator vor Ort, sondern auch speziell für die Teams abgestimmte Netzwerkmöglichkeiten und Qualifizierungsangebote. Der GamesHub soll als Anlaufstelle für die Umsetzung von Gaming- und Gamification-Projekten dienen. Gaming-Apps gewinnen gerade im Gesundheits- und Schulungsbereich immer mehr an Bedeutung.

Standort für Games-Schaffende noch attraktiver machen

Über das geplante Projekt erfreut zeigte sich auch Carl Bergengruen, Geschäftsführer der MFG Baden-Württemberg. Er betont die Vorzüge der Zusammenarbeit mit Kreativschaffenden: „Die Games-Branche zeigt sich nicht erst seit dem Fortschreiten der Digitalisierung als Vorreiter in Sachen digitaler und innovativer Techniken, Arbeitsweisen und motivierender Mechaniken. Der neue GamesHub bietet eine sehr gute Möglichkeit, das besondere Knowhow der Kreativ- und Gamesbranche in Innovationsprozesse anderer Branchen wie der Medizintechnik einzubringen. Für die Gamesentwicklerinnen und -entwickler aus dem Südwesten bieten sich über den in Deutschland einzigartigen GamesHub in Heidelberg neue vielversprechende Anwendungsfelder, die dazu beitragen können, dass die Gamesbranche landesweit weiter an Bedeutung gewinnt. Der Standort Baden-Württemberg wird für die Gamesbranche damit noch attraktiver.“

In Baden-Württemberg sind laut den aktuellsten Zahlen des Verbands der deutschen Games-Branche game über 60 Unternehmen als Entwickler und / oder Publisher im Games-Markt tätig. Die Games-Industrie ist eine der elf Teilbranchen der Kultur- und Kreativwirtschaft. Land und MFG setzen sich seit Jahren dafür ein, die Games-Branche in Baden-Württemberg zu stärken. Mit der Gründung des Games-Hubs baut die MFG ihre Fördermaßnahmen weiter aus.

Kooperation der MFG mit der Hochschule der Medien

Die Stuttgarter Hochschule der Medien mit ihrem starken Games-Fokus ist Partner der MFG beim Aufbau des GamesHubs Heidelberg. Die Sandbox, der Landesaccelerator für die Kreativwirtschaft, unterstützt die MFG bei der Entwicklung eines speziellen Qualifizierungsprogramms für die Gründerstudios in Heidelberg.

„Existenzgründung gehört zur DNA der HdM", sagt Rektor Prof. Dr. Alexander Roos. „Das Start-up-Center der HdM verhilft jedes Jahr 40 - 50 Geschäftsideen erfolgreich zur Gründung, darunter auch vielen Gamesideen. Denn Gamification spielt in immer mehr Anwendungsfeldern eine wichtige Rolle – so auch im Gesundheitssektor, z.B. bei der Unterstützung von Rehabilitationsmaßnahmen. Die HdM hat hier mit ihrem Gamesinstitut zahlreiche Projekte mit großem Erfolg realisiert und damit ihre hohe Kompetenz unter Beweis gestellt. Das GamesHub baut auf der Kompetenz der HdM auf und wird die erfolgreiche Verbindung von Games, Gesundheit und Existenzgründung noch gezielter vorantreiben können."

Unterstützung des GamesHub durch Heidelberger Einrichtungen

Der GamesHub wird außerdem unterstützt vom Life Science Accelerator Baden-Württemberg. Das überregionale Acceleratoren-Programm fördert wissenschaftliche und technologische Start-up-Teams in Baden-Württemberg mit den Schwerpunkten Biotechnologie, Medizintechnologie und Digitale Gesundheit. Weitere Kooperationspartner des GamesHubs sind die Stadt Heidelberg mit der Stabsstelle Kultur- und Kreativwirtschaft und der Wirtschaftsförderung und die Technologiepark Heidelberg GmbH. Weitere lokale Einrichtungen und Unternehmen werden in das Projekt eingebunden.

Weitere Meldungen

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 1. April 2025

Eine Doktorandin aus Venezuela arbeitet im Labor. (Bild: © dpa)
Fachkräfte

Landesagentur für die Zuwanderung von Fachkräften startet

Saal eines Commercial Courts
Justiz

Justiz baut Angebot von Commercial Courts weiter aus

Das Logo von Invest BW
Innovation

Große Resonanz auf Förderaufruf zu Technologietransfer

Das Logo des Projekts „Handel 2030“.
Einzelhandel

Land fördert Intensivberatung für den Handel

von links nach rechts: Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Kerstin Jorna (Europäische Kommission), Luc Van den hove (Präsident und CEO von imec), Ministerpräsident Winfried Kretschmann und der flämische Ministerpräsident Matthias Diependaele bei der Bekanntgabe des Ansiedlungsprojekts
Innovation

Neues imec-Kompetenzzentrum in Baden-Württemberg

Ein Mitarbeiter von Kawasaki führt bei der Industriemesse Hannover Messe am Messestand von Microsoft die Überwachung und Steuerung einer Maschine mit einer AR-Brille (Augmented Reality) vor.
Wirtschaft

Land präsentiert sich als Innovationstreiber

Stuttgart Neckarpark
Flächenmanagement

Flächen gewinnen durch Innenentwicklung

Logo und Schriftzug der „Agentur für Arbeit“ an einem Gebäude.
Arbeitsmarkt

Leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit im März

Ministerialdirektor Dr. Christian Schneider (4.v.l.) verabschiedet die Regierungsbaumeisterinnen und -baumeister des Prüfungsjahrgangs 2025 und begrüßte die neuen Städtebaureferendarinnen und -referendare: (v.l.) Daniel Hauth, Conrad Scheid, Vildan Ük, Sarah Hettich, Alina Raff, Hüseyin Karadag, Jonas Krell, Till D’Aubert, Sarah Czasny und Theresa Zorn.
Städtebau

Regierungsbaumeister nach erfolgreichen Prüfungen verabschiedet

Roboterarm in einer Fabrik
Innovation

Positionspapier „Intelligente Robotik der Zukunft“ veröffentlicht

Ein Netzwerk-Kabelstecker leuchtet in der Netzwerkzentrale einer Firma zu Kontrollzwecken rot. (Bild: picture alliance/Felix Kästle/dpa)
Digitalisierung

Entwicklung einer Datenstrategie für Baden-Württemberg

Ein Windrad dreht sich bei Herbolzheim vor einem Strommast. (Bild: Patrick Seeger/dpa)
Energie

14. Energiepolitisches Gespräch zur Umsetzung der Energiewende

Blautopf in Blaubeuren
Tourismusinfrastruktur

Land fördert 36 kommunale Tourismusprojekte

Wort-Bild-Logo der Kampagne Start-up BW. (Bild: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg)
Start-up BW

Envima im Landesfinale des „Start-up BW Elevator Pitch 2025“