Umweltbildung

Erleben, wie der Wald tickt

Kinder lernen mit Hilfe der Waldbox und sägen unter Aufsicht eines Försters einen Baumstamm. (Foto: Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg)

Das Land hat ein neues Waldpädagogik-Projekt gestartet. Ziel des Projekts „Waldbox – Erleben, wie der Wald tickt“ ist es, jungen Menschen den Wald in all seinen Facetten näherzubringen. Mit dem Projekt setze Baden-Württemberg in der außerschulischen Umweltbildung bundesweit Maßstäbe, so Forstminister Peter Hauk.

„Mit 1,4 Millionen Hektar ist der Wald in Baden-Württemberg nicht nur das größte, sondern auch das schönste Klassenzimmer im Land. Unser Ziel ist es, jungen Menschen den Wald in all seinen Facetten näherzubringen. Dabei geht es uns vor allem um das Verständnis für den Sinn eines guten Umgangs mit der Natur und den Wert einer nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen. Jedes Kind soll im Rahmen der außerschulischen Bildung den Wald erleben und lernen, wie wichtig er für unser Klima, die Artenvielfalt und für die Wertschöpfung ist“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, anlässlich des Starts eines neuen Waldpädagogik-Projekts.

Außerschulische Umweltbildung

Künftig würden die Förster des Landesbetriebs ForstBW Kindergärten und Schulen landesweit 100 verschiedene und individuell zugeschnittene Bildungsaktivitäten anbieten können. Mit dem Projekt „Waldbox – Erleben, wie der Wald tickt“ setze Baden-Württemberg in der außerschulischen Umweltbildung bundesweit Maßstäbe. Die Angebote der „Waldbox“ würden sich an den neuen Bildungsplänen für Baden-Württemberg orientieren.

„Die Initiative zur Förderung der Waldpädagogik finde ich sehr schön und absolut lobenswert. Kinder sollen gerne und häufig in der Natur praktische Erfahrungen sammeln. Bildung für nachhaltige Entwicklung bedeutet auch, das Wissen über die Natur in der freien Natur selbst zu mehren“, lobte die Ministerin für Kultus, Jugend und Sport, Susanne Eisenmann, das Projekt.

„Vielen Menschen, vor allem in den Großstädten, ist nicht klar, welche Leistungen eine moderne Waldwirtschaft für die Gesellschaft erbringt. Aufgabe der Politik und der Forstverwaltung ist es, ihr Handeln zu erklären. Unser Projekt bringt uns auf diesem Weg einen guten Schritt voran“, erklärte Forstminister Hauk.

Die Förster von ForstBW würden jährlich etwa 4.000 Waldführungen durchführen und damit rund 100.000 Schulkinder erreichen. Weitere rund 60.000 Menschen würden die gut 2.500 Veranstaltungen der speziellen waldpädagogischen Einrichtungen des Landes besuchen. Mit der „Waldbox“ baue das Land sein waldpädagogisches Angebot aus und verbessere dieses. Auch solle dadurch die Arbeit der Förster durch eine Standardisierung erleichtert werden.

Worum es bei der Waldbox geht

„Die Waldbox ist ein Waldpädagogik-Anhänger, den die Forst- und Bildungsexperten im Haus des Waldes in Stuttgart entwickelt haben. Jede Box ist so ausgestattet, dass die Materialien in der Regel für eine Klasse mit bis zu 35 Schülerinnen und Schülern von Kita bis zur Oberstufe ausreichen“, erklärte der Minister. In jedem Landkreis stünde eine Waldbox zur Verfügung, so dass das Angebot landesweit genutzt werden könne.

Unter www.waldbox.forstbw.de finden sich alle Informationen rund um die Waldbox, wie zum Beispiel die Ansprechpartner an den unteren Forstbehörden, das Themenangebot und die Anmeldemöglichkeiten sowie viele Informationen über waldpädagogische Einrichtungen und weitere Angebote in Baden-Württemberg, wie Waldschulheime und Schwerpunkteinrichtungen.

Der Waldpädagogik-Anhänger „Waldbox“

Die Auswahl der Themen orientiert sich:

  • an häufig nachgefragten waldpädagogischen Klassikern wie beispielsweise dem Bodenprogramm,
  • an Bekanntem in neuem Kontext wie Artenvielfalt (beispielsweise Tiere und Bäume des Waldes) oder Waldarbeitseinsätze (Waldpflege, Waldfunktionen)
  • und ganz Neuem wie Wilde Küche oder Globalem wie Wald und Klima.

Die Boxen sind so ausgestattet, dass die Materialien in der Regel für eine Klasse mit bis zu 35 Schülerinnen und Schülern ausreichen (von Kita bis Oberstufe).

Die Waldbox setzt sich aus acht Themenbereichen und einer „Immer dabei“ Box zusammen.

Immer dabei: Regen? – Mit dem Tarp der Immer-dabei-Box baut die Gruppe im Nu einen Unterstand auf. Diese Box beinhaltet Erste-Hilfe-Sets, Bestimmungshilfen, Wasserkanister, Sitzkissen und weiteres grundlegendes Material für Sie als Waldpädagogen/in.

Waldarbeit und Holzwerkstatt: Von „A“ wie Asten bis „Z“ wie Zukunftsbaum - mit dem Handwerkszeug der Box „Waldarbeit & Holzwerkstatt“ wird das forstliche Knowhow in die Praxis umgesetzt. Von der Axt über die Säge bis zum Ziehmesser ist der Fundus auf forstliche Arbeit vom Bäume fällen bis zum Bau von Grünholzmöbeln ausgelegt. Wenn es etwas feiner werden soll, helfen Werkzeuge wie Raspel, Schnitzmesser oder Ahlen weiter.

Wald und Vielfalt: Specht, Ameise, Bärlauch, Pfifferling … – die Schatzkammer der Natur ist vielfältig und einzigartig. Warum ist die biologische Vielfalt bedeutsam auch für uns Menschen? Die Box „Wald und Artenvielfalt“ unterstützt das Erleben der Artenvielfalt von Wald und Wiese. Biologische und genetische Vielfalt sowie die verschiedensten Vernetzungen werden mit dieser Box behandelt.

Wald und Boden: Ohne Moos nix los – der Boden als Allrounder. Die Waldboden-Box bietet unter anderem die Ausstattung zu den Themen Bodenentwicklung und Waldboden als Modell für ein Ökosystem (Pflanzen, Tiere, Temperatur, Säuregrad, Verdichtung und vieles mehr) – durchaus auch mit globalem Bezug.

Wald und Klima: Mit der Box „Wald und Klima“ ist jedes Wetter willkommen. Gemeinsam wird ein Regen-Messgerät gebaut und der Niederschlag gemessen! Die Box bietet Ideen und Materialien rund um die Themen Wind, Niederschlag, Temperatur, CO2 – alles was zu Wetter und Klima dazu gehört. Auch die globale Perspektive wird hier aufgegriffen.

Wald und Wissenschaft: Mathe, Physik und Technik – oh je! Im Wald: kein Problem! Die Box „Wald und Naturwissenschaft“ gibt Ihnen verschiedenste Ideen wie zum Beispiel Pi (π) einfach und genial dargestellt werden kann. Ebenso beinhaltet die Box Materialien wie beispielsweise eine Wildwaage zum Experimentieren und Ausprobieren.

Wald und Kunst: Moosgärten, Waldmosaike, Wurzelbilder – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Mit der Waldkunst-Box sind Sie mit grundlegenden Materialien wie Pinseln, Schalen, Pigmentfarben und Schnüren ausgestattet, um im Wald in Kombination mit LandArt kreativ sein zu können.

Waldküche und Waldfeuer: Wilde Küche aus nah und fern – es wird gekocht ganz ohne Herd mit essbaren Wildkräutern und Pilzen aus dem Wald. Oder soll es ein einfacher Birkentee sein? Kein Problem – mit den Utensilien der Box „Waldküche und Feuer“ ist dies im Nu zubereitet. Einfach Feuer machen? Mit Feuerschale und Zundersteinen wird auf unterschiedliche Weise Feuer entfacht.

Wald und Tiere: Tiere im Wald, das sind viel mehr als die bekannten Wildtiere Reh, Wildschwein oder Fuchs, die schwierig zu beobachten sind. Der Lebensraum Wald bietet eine unglaubliche Fülle von Lebewesen, die es zu entdecken gilt. Die Aktivitäten laden ein auf eine Entdeckungstour in die verschiedenen Stockwerke des Waldes und wollen für die Artenvielfalt und Lebendigkeit interessanter Kleintiere begeistern. Ansprechend und motivierend machen sie erfahrbar, wo und wie Waldtiere leben und welche Rolle sie im faszinierenden Ökosystem Wald spielen.

Insgesamt gibt es circa 100 Bildungsaktivitäten, die einzeln in Aktivitätskarten und im Begleitbuch beschrieben sind. Zusätzlich werden zu jedem Themenbereich passende Fortbildungen angeboten. In Basisworkshops, die im ganzen Land angeboten werden, wird der grundsätzliche Gebrauch der Waldbox vermittelt.

Die Vorteile der Waldbox:

  • Leichte und schnelle Vorbereitung
  • Mobil und flexibel
  • Angebote auf die Bedürfnisse der Schulen zugeschnitten
  • Für das Lehrpersonal leicht identifizierbare Angebote
  • Impulse durch neue Bildungsaktivitäten

ForstBW: Waldbox

Haus des Waldes

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Waldwirtschaft

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