Straße

4.600 Tonnen schwere Brücke an richtigem Platz

Lesezeit: 9 Minuten
  • Teilen
  •  
Baustellengelände unter einer Brücke

Die neue Gumpenbachbrücke im Kreis Ludwigsburg wurde an ihren finalen Platz geschoben. Damit ist einer der letzten Meilensteine bei dem Neubauprojekt erfolgreich abgeschlossen. Ab voraussichtlich Mai soll die ersten Autos über die Brücke rollen.

Das Regierungspräsidium Stuttgart führt seit Januar 2020 Bauarbeiten für den Neubau der Gumpenbachbrücke in Kornwestheim durch, da die 1954 erbaute Brücke aufgrund ihres Zustandes durch einen Neubau ersetzt werden muss. Nun wurde ein wichtiger Meilenstein der Baumaßnahme erreicht: Die neue rund 4.600 Tonnen schwere östliche Brücke wurde einschließlich Mittelpfeiler und Fundamenten um rund 10,5 Meter in ihre endgültige Lage querverschoben. Ein solcher Querverschub, bei dem auch die Mittelpfeiler und Fundamente verschoben wurden, fand in dieser Größenordnung erstmals in Deutschland statt.

Start für Verschiebung

Gerhard Rühmkorf, als Vertreter des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr, und Winfried Hermann, Minister für Verkehr des Landes Baden-Württemberg, hatten heute hierfür gemeinsam mit der Stuttgarter Regierungspräsidentin Susanne Bay und Kornwestheims Oberbürgermeisterin Ursula Keck den Start-Knopf für den Querverschub des neuen östlichen Brückenbauwerks gedrückt.

Anlässlich des Querverschub erklärte Michael Theurer, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Verkehr: „Ältere Brücken zu sanieren ist bedeutend, um eine leistungsfähige Straßeninfrastruktur zu erhalten. Wir haben als neue Bundesregierung einen erheblichen Sanierungsstau und Instandsetzungsrückstand angetroffen. Viele Brücken, auch in Baden-Württemberg, müssen verstärkt oder gar erneuert werden, um eine sichere Abwicklung des aktuellen und zukünftigen Verkehrs auf Dauer gewährleisten zu können. Aus dem gleichen Grund investieren wir in Neubauten von Brücken. Ich freue mich, dass mit dem erfolgreichen Querverschub die letzte große Hürde des Neubaus gemeistert wurde.“

Alte Brücke konnte nicht saniert werden

Verkehrsminister Winfried Hermann betonte, dass ein Neubau der Gumpenbachbrücke die beste Wahl war. Die Sanierung hätte sich nicht gelohnt und verkehrlich während der Bauzeit große Beeinträchtigungen mit sich gebracht „Verkehrssicherheit steht für uns an erster Stelle, ebenso wie eine exakte Bauplanung und Durchführung. Mit dem Neubau der Gumpenbachbrücke sorgen wir für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer ebenso wie für einen besseren Lärmschutz für die Anwohnerinnen und Anwohner. Funktionsfähige Brücken sind für den Straßenverkehr von zentraler Bedeutung. Deshalb ist die rechtzeitige Sanierung oder der Ersatzneubau so wichtig. Dass der Querverschub heute problemlos geglückt ist, zeugt von hoher Ingenieurskunst.“

Neubau während fließendem Verkehr

Regierungspräsidentin Susanne Bay erklärte, dass bei den Planungen darauf geachtet wurde, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten: „Wir haben so geplant und gebaut, dass die Bundesstraße 27 (B 27) während den Arbeiten weiterhin befahren werden konnte. Außerdem haben wir den Brückenneubau mit weiteren Verbesserungen verknüpft. Wir haben unter anderem Ein- und Ausfädelungsstreifen angelegt, um die Verkehrssicherheit zu verbessern, und vorhandene Lärmschutzeinrichtungen durch bis zu sechs Meter hohe hochabsorbierende Lärmschutzwände ersetzt. Mein Dank gilt allen an der Baumaßnahme Beteiligten für ihren Einsatz und ihre großartige Leistung.“

Oberbürgermeisterin Ursula Keck sagte: „Nicht nur die Menschen in Kornwestheim, sondern aus der ganzen Region haben lange dem Abschluss der Baumaßnahme entgegengefiebert. Mit dem erfolgreichen Querverschub rückt das Ende der Verkehrsbeeinträchtigungen auf der B 27 in Sichtweite. Mein Dank gilt den Anwohnerinnen und Anwohnern, die dieser Baumaßnahme mit Geduld begegnen. Als Entschädigung dafür bekommen sie jetzt einen Lärmschutz, der ihre Wohnqualität massiv verbessert. Für den Bau der sechs Meter hohen Lärmschutzwand bin ich dem Land Baden-Württemberg wirklich sehr dankbar.“

Baufortschritt

Um die Beeinträchtigungen für die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich zu halten, erfolgen die Arbeiten in vier Bauphasen unter Aufrechterhaltung des Verkehrs.

Verkehr soll ab Mai 2022 rollen

Voraussichtlich können ab Mai 2022 alle Verkehrsbeeinträchtigungen auf der B 27 aufgehoben werden. Die gesamte Maßnahme – inklusive aller Restarbeiten außerhalb des Verkehrsraums – soll bis voraussichtlich Herbst 2022 abgeschlossen sein.

Die Kosten, die der Bund als Baulastträger übernimmt, liegen bei rund 27 Millionen Euro.

Weitere Meldungen

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Energiewirtschaft

Einsparpotenzial beim klimaneu­tralen Umbau des Energiesystems

Ein Personenzug «Regio DB Südbahn» fährt in den Hauptbahnhof in Ulm, während auf dem Bahnsteig eine Reisende wartet. (Foto: © dpa)
Schienenverkehr

DB Regio gewinnt Ausschreibung für Neckartal und Südbahn

Schaubild beschreibt wie das Radon-Innenraummessprogramm funktioniert
Strahlenschutz

Neuauflage des erfolgreichen Radon-Messprogramms für Wohngebäude

 Windräder stehen auf den Anhöhen in der Nähe des Kandels bei Waldkirch. (Bild: dpa)
Energiewende

„Dialogforum Energiewende und Naturschutz“ verlängert

Eine Biene zieht Nektar aus einer gelben Wiesenblume.
Biodiversität

Bewerbungsstart für „Baden-Württemberg blüht“

von links nach rechts: Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Kerstin Jorna (Europäische Kommission), Luc Van den hove (Präsident und CEO von imec), Ministerpräsident Winfried Kretschmann und der flämische Ministerpräsident Matthias Diependaele bei der Bekanntgabe des Ansiedlungsprojekts
Innovation

Neues imec-Kompetenzzentrum in Baden-Württemberg

Neue Nationalparkleitung: Dr. Britta Böhr (links) und Berthold Reichle (rechts)
Nationalpark

Neue Leitung des Nationalparks Schwarzwald

MLR
Landwirtschaft

Agrarministerkonferenz 2025 in Baden-Baden

Eine neue Asphaltdecke wird auf einer Straße aufgebracht. (Bild: Patrick Seeger / dpa)
Verwaltung

Neuer Leiter in der Straßenbauabteilung

Streusalz fällt auf dem Gelände einer Autobahnmeisterei von der Schaufel eines Radladers (Bild: © dpa)
Winterdienst

Neues Salzlager in Radolfzell

Eine Person steht an einer Systemstatusanzeige eines Solarstrom-Speicher-Parks.
Energie

Land fördert intelligente Energienetze mit rund einer Million Euro

Straßenbaustelle an der B31 im Schwarzwald (Bild: © dpa).
Straßenbau

Land investiert 425 Millionen Euro in Straßenerhalt

Luftbild von der zweiten Rheinbrücke bei Karlsruhe
Rheinbrücke

Studie zur Stärkung des Nahverkehrs über den Rhein

Ein Windrad dreht sich bei Herbolzheim vor einem Strommast. (Bild: Patrick Seeger/dpa)
Energie

14. Energiepolitisches Gespräch zur Umsetzung der Energiewende

Ein Landwirt pflügt ein Feld. Luftaufnahme mit einer Drohne. (Foto: Patrick Pleul / dpa)
Landwirtschaft

Erosionsschutz in Baden-Württemberg