Baden-Württemberg in Zahlen

Bevölkerung

Lange Zeit wuchs die Bevölkerung in Baden-Württemberg. Heute kommt der Zuwachs fast ausschließlich durch Zuwanderung und das Durchschnittsalter im Land steigt.

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Menschen auf der Freitreppe am Stuttgarter Schlossplatz

In Baden-Württemberg leben über 11,2 Millionen Menschen (Stand: 2025). Damit hat sich die Einwohnerzahl seit 1952, dem Gründungsjahr des Südweststaates, um über vier Millionen erhöht und einen neuen Höchststand erreicht. Um 1900 lebten nur 4,1 Millionen Menschen im Südwesten. 2008 ging zum ersten Mal seit 1984 die Bevölkerungszahl leicht zurück. Seit 2012 wächst die Bevölkerung wieder.

Baden-Württemberg hat mehr Einwohner als viele andere europäische Länder. So leben etwa in Österreich rund 9,2 Millionen und in Finnland sogar nur gut 5,6 Millionen Einwohner.

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Baden-Württemberg bundesweit die dritthöchste Einwohnerzahl.

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Zuwanderung

In der Vergangenheit stellten die Wanderungsbewegungen den „Hauptantrieb“ für das Bevölkerungswachstum im Land dar. Seit 1952 erlebte das Land zusammengenommen rund 19,7 Millionen Zuzüge über die Landesgrenzen. Dies war zurückzuführen auf Flüchtlings- und Vertriebenenströme nach dem Zweiten Weltkrieg, auf Gastarbeiterzuwanderung sowie Arbeitskräftezuwanderung aus anderen Teilen Deutschlands, Bürgerkriegsflüchtlinge und die einigungsbedingte Zuwanderung aus Ostdeutschland. Im gleichen Zeitraum wanderten aber auch knapp 15,9 Millionen Menschen aus Baden-Württemberg ab. Per Saldo ergab sich also ein Wanderungsgewinn von insgesamt fast 3,8 Millionen Menschen seit Bestehen des Landes. Damit resultierten etwas mehr als 75 Prozent des bisherigen Bevölkerungswachstums aus den Zuwanderungen, die übrigen knapp 25 Prozent aus Geburtenüberschüssen. Da die zuwandernden Personen im Durchschnitt etwa zehn Jahre jünger sind als diejenigen, die bereits im Lande leben, bewirken die Zuwanderungen einen gewissen, wenn auch begrenzten „Verjüngungseffekt“. Dennoch haben die Zuwanderungen nicht verhindern können, dass in den vergangenen fünf Jahrzehnten die baden-württembergische Bevölkerung deutlich „gealtert“ ist.

Bevölkerungsbilanz

Die Differenz zwischen Geburten und Sterbefällen eines Jahres wird als natürliche Bevölkerungsbilanz bezeichnet. Seit dem Jahr 2006 fällt diese – vor allem aufgrund sinkender Geburtenzahlen – auch in Baden-Württemberg erstmals seit 1983 negativ aus. Betrug das Defizit 2006 noch 707, stieg es 2012 auf 11.107. Im Jahr 2016 gab es erstmals wieder 856 mehr Geburten als Todesfälle. Seither besteht allerdings wieder ein Geburtendefizit, im Jahr 2024 waren es 21.076 mehr Sterbefälle als Geburten.

Ohne Zuwanderung würde bei diesem Trend die Bevölkerungszahl wieder schrumpfen. Durch Zuwanderung im Jahr 2025 kamen insgesamt 323.492 Menschen ins Land. Gleichzeitig verließen aber auch 305.664 Menschen Baden-Württemberg. So kamen per Saldo 17.830 Menschen hinzu.

Der Anteil der weiblichen Bevölkerung betrug Ende September 2025 50,4 Prozent. In absoluten Zahlen ausgedrückt: Es gab rund 89.000 mehr Frauen als Männer.

Altersstruktur

Seit 1970 ist die Zahl der über 65-jährigen im Land stark angestiegen. Seit 1960 hat sich der Anteil dieser Altersgruppe etwa verdoppelt. Die größte Gruppe waren 2024 die 40- bis 65-jährigen mit einem Anteil von rund 34 Prozent. Ewa 30 Prozent der Bevölkerung war zwischen 15 und 40 Jahren alt. Unter 15 Jahren waren nur noch 14 Prozent. 1980 lag dieser Wert noch bei 19 Prozent. Aufgrund der niedrigen Geburtenrate altert die Gesellschaft weiter.

Ein Drittel der Bevölkerung mit Migrationshintergrund

Der wirtschaftliche Aufschwung, Änderungen in der Altersstruktur und längere Ausbildungszeiten verursachten in den 1960er-Jahren in der Bundesrepublik Deutschland einen Arbeitskräftemangel. Mit der verstärkten Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wurde versucht, dem entgegenzuwirken. Wegen der hiesigen Wirtschaftsstruktur und der guten Erwerbsmöglichkeiten kamen besonders viele Menschen nach Baden-Württemberg.

In Baden-Württemberg lebten 2024 rund 3,55 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, das entspricht knapp einem Drittel der Bevölkerung. Damit hat Baden-Württemberg den zweitgrößten Migrantenanteil unter den deutschen Flächenländern.

Ende 2025 lebten über zwei Millionen Menschen mit ausländischem Pass im Südwesten. Das waren rund 18,3 Prozent der Gesamtbevölkerung. Türkische Staatsangehörige bilden die größte ausländische Bevölkerungsgruppe, gefolgt von Staatsangehörigen aus Rumänien, der Ukraine und aus Italien. Innerhalb des Landes verteilt sich die ausländische Bevölkerung sehr ungleichmäßig. Es ist vor allem ein weiterhin ausgeprägtes Stadt-Land-Gefälle feststellbar.

In Baden-Württemberg gab es im Jahr 2025 insgesamt fast 40.000 Einbürgerungen. Am häufigsten erhielten, wie in den vorangegangenen Jahren, Syrerinnen und Syrer den deutschen Pass, gefolgt von ehemals türkischen Staatsangehörigen.